Uber spannt in Japan mit Nissan und dem britischen Autonomous-Driving-Spezialisten Wayve zusammen. Gemeinsam wollen die Unternehmen noch 2026 eine Robotaxi-Pilotflotte in Tokio starten. Zum Einsatz kommen vollelektrische Nissan Leaf, in die Wayve seinen End-to-End-KI-Fahrer integriert und die Uber über seine Plattform an Fahrgäste vermittelt.

Partnerschaft bringt Robotaxis nach Japan

Mit der Vereinbarung richtet Uber sein erstes autonomes Mobilitätsangebot in Japan ein. Nissan liefert die Serienfahrzeuge, Wayve steuert eine KI-gestützte Komplettlösung aus Wahrnehmung, Planung und Steuerung bei. Über Ubers Ride-Hailing-Plattform werden Fahrten vermittelt, sobald die Fahrzeuge einsatzbereit sind. Zum Start sitzen noch Sicherheitsfahrer:innen am Steuer – wie auch bei Ubers Kooperationen mit Waymo oder Motional in den USA. Perspektivisch sollen die Fahrzeuge vollständig ohne menschliche Aufsicht fahren.

Die Unternehmen positionieren das Projekt als Beschleuniger für Japans Robotaxi-Markt, der bislang hinter Nordamerika und China zurückliegt. Besonders Tokio gilt wegen dichter Bebauung, komplexer Verkehrsknoten und strenger Sicherheitsauflagen als anspruchsvoller Standort.

Tokio als Härtetest für Wayves KI

Wayve verzichtet auf statische HD-Karten und verfolgt einen „embodied AI“-Ansatz: Die KI lernt aus realen Fahrdaten und lässt sich auf unterschiedliche Fahrzeugplattformen übertragen. Nach eigenen Angaben sammelt Wayve seit Anfang 2025 Fahrdaten in mehreren japanischen Städten und konnte dafür kürzlich weitere 1,2 Milliarden US-Dollar Wachstumskapital einwerben.

„Tokio ist ein wichtiger Schritt, um verkörperte Intelligenz in einen der anspruchsvollsten Mobilitätsmärkte der Welt zu bringen. Seit 2025 testen wir unser System in Japans einzigartigen Straßenumgebungen und sind bereit für den nächsten Skalierungsschritt“, sagt Wayve-CEO Alex Kendall.

Die Partner betonen, dass der Pilotbetrieb eng mit Behörden und Lizenzpartnern abgestimmt wird. Uber will den Dienst in bestehende lizenzierte Taxi-Netzwerke integrieren und somit regulatorische Leitplanken respektieren.

Blick über Tokio hinaus

Uber und Wayve planen, noch in diesem Jahr weitere Städten – darunter London – mit Robotaxis zu bedienen. Parallel drängt zusätzliche Konkurrenz auf den japanischen Markt: Das von Nvidia unterstützte Start-up Nuro testet sein System in Tokio mit umgerüsteten Toyota-Prius-Fahrzeugen, um Erfahrungen für künftige Einsätze zu sammeln.

Das Wettrennen unterstreicht, dass sich der globale Markt für autonome Ride-Hailing-Dienste rasant ausweitet. Nach den frühen großflächigen Einsätzen von Waymo oder Baidu Apollo Go sollen nun auch schwierige Megametropolen wie Tokio erschlossen werden.

Quelle: Übersetzung und Einordnung von „Wayve, Uber and Nissan Launch Robotaxi Pilot in Tokyo“, AI Business (Graham Hope), 23. März 2026.